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DIE-Berichte

Darf es etwas ausführlicher sein? Berichte von unterwegs ...

1990 beobachtet: Bahnpostwagen in Schnellzügen

Der im Bild 1 gezeigte Bahnpostwagen (Post -cl/15) mit der Nummer 51 50 00-10 104-5 wurde am 03.03.1990 in Delitzsch aufgenommen. Das Fahrzeug war für den Rollbehälterverkehr hergerichtet, was die Bügel in den unteren Ecken an der Ladeluke 1 zeigen, die auch als „Abweiser“ bezeichnet werden. Durch Entfall der 2. Ladeluke konnte die Ladekapazität des Wagens erhöht werden. Im Jahre 1994 verkaufte die Deutsche Bundespost u.a. diesen Wagen an die Firma Fleck in Rackwitz, was die Verschrottung des Wagens bedeutete.

Die Deutsche Post benötigte als Ersatz für die Altbau-Bahnpostwagen und für den internationalen Einsatz Neubaufahrzeuge, die sie aus Ungarn bezog. Der im Bild 2 gezeigte vierachsige Bahnpostwagen (Post -bII/24,2) mit der Nummer 51 50 00-40 823-4 gehörte zur zweiten Lieferserie, die ab 1979 zur Deutschen Post kam. Es war gleichzeitig der Abschluss der Beschaffung von Bahnpostwagen, die eine Unterwegsbearbeitung von Postsendungen zuließ. Das Bild entstand am 03.03.1990 in Delitzsch unterer Bahnhof. Der Wagen war zu diesem Zeitpunkt dem Bahnpostamt Halle (Saale) zugeordnet. 

In den Jahren 1987 und 1988 erwarb die Deutsche Post von der Deutschen Reichsbahn gebrauchte, zweiachsige, gedeckte Güterwagen, die sie für ihre Zwecke zum Transport von Rollbehältern anpassen ließ. Der im Bild 3 gezeigte Wagen (Post aa-c/12,8) mit der Nummer 50 50 00-29 471-8 war zum Zeitpunkt der Aufnahme dem Bahnpostamt Dresden zugeordnet und hatte keine Hand- bzw. Feststellbremse. Das Bild entstand im Februar 1989 in Radebeul.

Das Bild 4 zeigt einen von zehn, ab 1962 vom Raw Gotha ausgelieferten rekonstruierten Bahnpostwagen (Post -bII/20,8), deren charakteristisches Merkmal der für den Rangierer frei zu haltende Raum (Berner Raum genannt) ist, der in die Stirnwand eingesenkt wurde. Auch wenn die Qualität der Aufnahme nicht optimal ist, zeigen wir dieses Fahrzeug, da uns keine weiteren Bilder vom Einsatz dieser als 50 50 00-10 501 bis 510 bezeichneten Wagen vorliegen.

 

1990 beobachtet: Weitere Reisezuggepäckwagen

Dass unser gewähltes historisches Einstiegsthema durchaus vielfältig ist, sollen die nächsten vier Aufnahmen zeigen.

Ende der achtziger Jahre war es nicht außergewöhnlich, dass Reisezuggepäckwagen der Vorkriegsbauart noch im Dienst bei der Deutschen Reichsbahn standen. Meist waren sie - in Abhängigkeit von der für sie noch zugelassenen Höchstgeschwindigkeit - auf Nebenbahnen oder in Post- / und Expressgutzügen unterwegs. Im Frühjahr 1990 konnte in Delitzsch unterer Bahnhof der Wagen 50 50 52-13 368-1 aufgenommen werden, den Bild 1 zeigt. Er wurde der Bauart Dü zugeordnet, da er keine, durch Gummiwülste geschützte Übergänge an den Wagenenden aufwies.

Eine zweiachsige Variante, die zunächst als Güterzuggepäckwagen vorwiegend auf Nebenbahnen zum Einsatz kam und später in Reisezügen eingesetzt wurde, stellte die Bauart Pwg dar. Angehangen an den mit Dampf geheizten Personenzug von Bitterfeld nach Stumsdorf konnte im Frühjahr 1990 im Bahnhof Bitterfeld das Bild 2 aufgenommen werden.

Die kürzere Variante des in Folge 1 vorgestellten kombinierten Sitz- / Gepäckwagens der Bauart BDomsb ist die ab 1987 im Raw Halberstadt gefertigte Bauart BDwsb, die vorrangig im Binnenverkehr der Deutschen Reichsbahn zum Einsatz kommen sollte. Die Wagen entstanden aus Rekonstruktion der Bauart BDghws und kamen den Bedürfnissen mobilitätseingeschränkter Personen wesentlich besser entgegen als die bisher eingesetzten Rekowagen. Das Bild 3 zeigt den Wagen 50 50 82-13 501-1 im Januar 1990 in Delitzsch unterer Bahnhof.

Das Bild 4 entstand am 26.05.1992 in Dresden Hbf. und zeigt eine Splitterbauart eines kombinierten Sitz- / Gepäckwagens. Aus einer Bauserie für die CSD bekam die DR sieben Fahrzeuge, die sie zuletzt als Bauart BDs bezeichnete. Die Wagen waren dem Grundtyp „Standardreisezugwagen Y/B 70“ zuzuordnen. Neben dem Gepäckraum verfügte der Wagen über fünf Abteile 2. Klasse mit insgesamt 40 Sitzplätzen. Das Bild zeigt den Wagen 51 50 82-45 001-3, der zum Aufnahmezeitpunkt im Bww Dresden beheimatet war. Mehr zu diesen Fahrzeugen und zu den Standardreisezugwagen Y/B 70 als Städteexpresswagen bei der DR lesen Sie in unserem Heft 2 der Serie 2.

 

1990 beobachtet: Reisezuggepäckwagen in Schnellzügen

Für unseren historischen Rückblick möchten wir in erster Linie Fotos verwenden, die wir rund um Delitzsch aufgenommen haben und die sich mit dem Thema Reisezugwagen beschäftigen. Als Start haben wir vier Bilder ausgesucht, die den Einsatz von Reisezuggepäckwagen in Schnellzügen zeigen.

Bild 1 zeigt einen in der Mitte zwischen der ersten und der zweiten Wagenklasse laufenden vierachsiger Reisezuggepäckwagen. Dieser Wagen der Modernisierungsbauart (Gattung Dg) bot mit seiner großzügigen Ladefläche sehr viel Platz für Stückgut und Gepäck jeglicher Art. Ausführlich beschrieben haben wir diese Fahrzeuge übrigens im Heft 2 unserer Serie 3.

Das ursprüngliche Einsatzgebiet der zwischen 1972 und 1974 gebauten vierachsigen kombinierten Sitz- und Gepäckwagen der Rekobauart (Gattung BDghws) war nicht der hochwertige Schnellzugverkehr. Dennoch kam es vor, dass ein solcher Einsatz erfolgte - selbst noch 1990 - wie auf dem Bild 2 zu sehen ist. Der Wagen war ebenfalls zwischen der ersten und der zweiten Wagenklasse eingestellt und bot 32 Reisenden einen Sitzplatz. Aufgenommen wurde der Wagen in einem Schnellzug Berlin – Leipzig.

Moderner und angepasster auf das reduzierte Aufkommen an Stückgut und Gepäck konnte mit dem Einsatz eines kombinierten Sitz- / Gepäckwagens der Bauart BDomsb reagiert werden, der im Bild 3 am Ende eines Schnellzuges fotografiert werden konnte. Die im Reichsbahnausbesserungswerk Halberstadt ab 1986 neu gebauten und 26,4 Meter langen Fahrzeuge waren behindertengerecht gestaltet und boten einen bisher nicht gekannten Komfort.

Zu den Besonderheiten des Zugverkehrs in Delitzsch zählte der D 308/309 Berlin (Stadtbahn) – München mit Kurswagen nach Zwiesel, der innerhalb der DDR als Transitzug möglichst ohne Halt durchzufahren hatte. Die umgangssprachlich auch als „Zitter-Aal“ bekannten Züge waren im Verkehr Berlin (West) – BRD im Einsatz und wurden mit Dieselloks bespannt. Hinter der Lok der BR 132 stellte die Deutsche Bundesbahn einen kombinierten Sitz- / Gepäckwagen der Bauart BDms 272 / 273 ein (Bild 4).

Alle Bilder wurden im Januar 1990 aufgenommen.